Dr. Harald Wasser
Philosoph, Germanist und Ethnologe
Seit 1996 tätig für den Westdeutschen Rundfunk Köln mit enger Anbindung an die Thematik »Digitalisierung der Medien«  sowie als freier Autor und Dozent in den Bereichen Philosophie, Medien, Kommunikation, Psychoanalyse, Konstruktivismus & Systemtheorie. 
Philosophie - Soziologie - Medientheorie - Psychoanalyse

Über den Autor


"Der Theoretiker ist immer der Hase. Nie der Igel."

Stichworte zu meiner Person:

Nach Studium und Promotion (Universität zu Köln) in den Fächern Philosophie, Germanistik und Ethnologie zunächst freiberufliche Tätigkeiten als IT-Schulungsreferent und Unternehmensberater, vornehmlich für Großkonzerne in den Bereichen Changemanagement und Krisenmanagement nach 'outsourcing IT'.
Seit 1996  Hörfunker im  Westdeutschen Rundfunk Köln, zunächst für 1LIVE, seither von zentraler Stelle aus für alle Radio-Programme des WDR, lange Zeit auch mit der 'Gesamtverantwortung Online' des Hörfunks betraut, seit Neuestem u.a. Arbeit in der 'Sendeleitung Hörfunk'. Seit ca. 10 Jahren mit enger Anbindung an die Thematik »Digitalisierung der Medien« sowie 'digitale Sendungsautomatisation' (Sendeablaufplanung / Sendeablaufsteuerung). Unter anderem Miterfinder des WDR RadioRecorders.
Nebenberufliche Tätigkeiten: Lehrauftrag am Institut für Psychotherapie und Psychoanalyse Rhein-Eifel sowie Tätigkeit als freier Autor und Dozent mit thematischen Schwerpunkten auf den Gebieten Medientheorie, Systemtheorie, Konstruktivismus, Psychologie, Philosophie sowie Rundfunkjournalismus. Zur Zeit Arbeit an einem Buch mit dem Titel Vom Weltbild der  Rhetorik, dem  Buchdruck und der Erfindung des Subjekts (erscheint 2011 bei Velbrück-Wissenschaft).

Journalismus

Die Massenmedien gehorchen eigenen 'Gesetzmäßigkeiten'. Das aber lässt keineswegs die Aussage naiv oder gar wertlos werden, dass die Aufgabe eines Journalisten nicht in der Erzeugung einer 'erwünschten Darstellung' liegen sollte, sondern in der Herstellung von Pluralismus mittels solider Recherche und Wiedergabe des Recherchierten in geeigneter Form. Aufgabe des Journalisten ist es darum immer auch, jede Form der 'mutigen Meinungsäußerung' mit einer Plattform zu unterstützen - gerade die abweichenden Stimmen, gerade die der 'kleinen Leute', wiewohl  von vornherein klar ist, dass es in der Realität immer nur zu einer 'bescheidenen Auswahl' kommen kann. Sich dies gelegentlich vor Augen zu führen, kann dennoch nicht falsch sein, gerade weil Journalisten heute mehr denn je die 'Quote im Nacken' zu  spüren bekommen.

Radio der Zukunft?

Vor allem  junge  Hörer  fragen immer seltener: »Wo ist mein Radio?« Darum sollten wir uns als  'Radiomacher' nicht mehr fragen: "Wo sind unsere Hörer?" Denn 'unsere  Hörer aus digital village' sind heute nirgendwo, und sie sind nirgendwo, weil sie überall sind, sich in der 'global village' bewegen wie der Fisch im Wasser. Ohne sich zu fragen: "Wo ist meine Sender?" und "Wo bin ich?" Youtube und Google sind überall. Und darum sind auch sie überall. Sie scheren sich deshalb nicht mehr um  'ihren Sender', betrachten Radio nicht mehr so, als befände es sich an einem bestimmten 'Ort' (z.B. auf Stationstaste oder der Frequenz-Skala eines UKW-Radios). Sie suchen immer weniger  'ihren Sender', und es wird darum  immer sinnloser, wenn 'wir Radiomacher' sie an 'unseren Sender' zu binden suchen. Wir müssen heute vielmehr da sein, wo sie sind. Und weil sie überall sind, müssen wir es auch sein. Im Blog, im mp3-Player, auf YouTube, im Twitter.
Sie suchen uns nicht mehr auf. Sie suchen sich in ihrer 'global village' zusammen, was sie haben möchten und fragen nicht mehr danach, woher es kommt.
Wenn wir also am Radio der Zukunft arbeiten wollen, so heißt das, dass wir daran arbeiten müssen, von ihnen gefunden zu werden. Und es heißt,  uns nicht daran zu klammern, was man noch vor nicht einmal 10 Jahren 'Radio' nannte. Was junge Menschen als Radio erfahren - genau da müssen sie uns finden können.

Philosophie - Medientheorie - Psychoanalyse - Konstruktivismus

"Eine Unterscheidung aber, die auf zwei Seiten Grenzen zieht, nennen wir Medium. Man kann nunmal Verschiedenes nur miteinander verbinden, wenn man innerhalb einer Differenz differenziert und in dieser neuen Differenz, die alte ‘aufhebt’."

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Letzte Aktualisierung: 23.12.2009